Sonntag, 2. Januar 2011

İDos que sí, un que no!

...Pinchos Morunos
Spanien, Land von Sancho Panza und Don Quijote und zwar in genau dieser Reihenfolge. Denn im Gegensatz zum Don war Sancho alles andere als ein Asket. So geschah es anlässlich unserer diesjährigen Herbstreise auf die Iberische Halbinsel, dass wir in Zamora in die Kneipe auf diesem Foto einkehrten: "El lobo pinchito". Was ein Glück!
Dort gab- und gibt es hoffentlich noch immer- so ziemlich die besten Pinchos Morunos, die man für gutes Geld kaufen kann- und das kam so:
Beim Spaziergang in Zamora kamen wir zu vorgerücktert Stunde in diese Kneipe. Ein paar Pinchos und 'ne Canja war unsere Absicht. Jede Kneipe in Spanien hat ihre Spezialitäten, also mal schauen, was hier so alles an Tappas angeboten wird. Nachdem wir mal ein Bierchen für uns und einen Mosto (Traubensaft) für Anna bestellt haben, kommt ein Mann mit seinem jüngeren Sohn in die Kneipe. Der bestellt was und der Wirt ruft in die Küche:  "İDos que sí, un que no!". Wir staunen, als dann nach einer Weile drei Maurenspiesse aus der Küche gereicht werden und die Frau in der Küche zum Kühlschrank geht und mit zwei Händen voller fertig gespickter Spiesse wieder in der Küche verschwindet.
Kurzer Blickkontakt und es ist klar: Das können wir auch. Flugs bestellt "İDos que sí, un que no!"
Auch wir kommen so in den Genuss zu probieren, und nach der ersten folgte die zweite und die dritte Bestellung. Bei vier Spiessen haben wir mal Halt gemacht und die Spiesse in der Kneipe gegenüber probiert. Die ersten waren die Besten!
Solcherart inspiriert haben Anja und ich häufig auf der Rückfahrt sinniert, was denn da alles an Gewürzen an den Spiessen gewesen sein mag. Ich glaube, inzwischen können sich unsere hauseigenen Pinchos Morunos sehen und vor allem schmecken lassen.
Bar in Zamora / Spanien

In diesem Falle Schweinefleisch und Putenfleisch mit dem spanischen Metzgereimesser "Media Luna" in etwa gleich grosse Streifen schneiden, danach in gleich grosse (ca. 1cm ) Stücke schneiden. Das Messer ist keine Schau, das Messer ist für viele Aufgaben hervorragend geeignet, z.B. für diese.
Die eingelegten Fleischstückchen auf lange Metallspiesse aufstecken. Jeweils zu ca. 6 Stück die näher zum spitzen Ende plaziert sein sollten damit beim Grillen der Griff der Spiesse nicht so heiss wird. 

So sehen die fertigen Spiesse aus.

Wohl dem, der einen richtigen klassischen offenen Kamin im Haus  hat. Man kann darin ein Grillfeuer machen und die nach dem Essen störenden Kochgerüche gehen im wahrsten Sinne des Wortes durch den Schornstein. Als ideal hat sich hochwertige Gastronomie-Holzkohle erwiesen. Brennt gut an und bildet eine langwirkende intensive Glut. Kaum Kohlestaub, grosse Holzkohlestücke. Einfach empfehlenswert.

Wenn die Gastronomieholzkohle durchgeglüht ist, die Spiesse auflegen.

Alle paar Minuten wenden.

Wenn die Fleischstücke gar sind die Spiesse in Sumagh wenden und mit Zitrone beträufeln.

Fertig


...und guten Appetit!

Hier noch ein Rezept für die Marinade und immer dran denken, es gibt nicht nur eine Zubereitungsart, es gibt Variationen. Also nur Mut und frisch ans Werk!

Rezeptur für diese Marinade:

2 Eier
Olivenöl 50ml
Rotwein 1 Glas
Paprika edelsüss 1 Esslöffel gehäuft (der Farbe wegen)
Paprika scharf 1 Teelöffel gestrichen (der Schärfe wegen)
Cayenne-Pfeffer 1 Messerspitze (auch der Schärfe wegen)
Kräuter der Provence eine grosszügige Prise
Pfeffer schwarz, aus der Pfeffermühle nach Geschmack (lieber weniger als zu viel)
Meersalz einen gehäuften Teelöffel

Verarbeitung:

Eier verquirlen, Olivenöl dazugeben, weiter verrühren, Rotwein beigeben, Gewürze hinzugeben und weiter verrühren. Die Marinade sollte nicht zu flüssig sein. Fleisch hinzugeben und mit der Marinade gut mischen. Über einen bis max. 2 Tage im Kühlschrank ziehen lassen. Immerwieder das Fleisch in der Schüssel unterheben damit die Marinade an alle Stücke etwa gleich gut kommt.

Das Fleisch dann wie in den Bildunterschriften zu lesen verarbeiten.

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